Meine Gedichte

*Mein neuer Schatz*

 

Mein neuer Schatz ist leicht und klein

hat einen Einband, bunt und fein.

In seinem Innern ist er voller Magie.

Er weckt und beflügelt meine Fantasie.

Ich trage ihn mit mir, den gesamten Tag,

lese darin, wann immer ich mag.

Bis zur letzten Seite bleib ich ihm treu,

sag' ihm dann Danke und dass ich mich freu'

über die Ablenkung, die er mir gebracht,

und die meinen Alltag freundlicher gemacht.

Danach bekommt er einen der schönen Plätze

an der Seite meiner anderen Schätze.

Und wenn ich dann an einem trüben Tag

weder lachen noch träumen mag,

dann will ich ihn bitten, dass er mir hilft,

und eine neue Welt voller Heiterkeit entwirft.

 

© Katica Fischer, April 2017

*Ein Weihnachtsgedicht*

 

Weihnachtszeit, stille Zeit –

so war es mal gedacht.

Doch heute macht sich Hektik breit,

weil niemand Muße hat.

Wir rennen schneller jeden Tag,

das Fest naht rasend schnell.

Die Lichter, die man sonst ja mag,

erscheinen jetzt sehr grell.

Ein mancher hat noch keinen Plan

und muss am End’ noch laufen,

um für den Familienclan

das Passende zu kaufen.

Und dann sitzt er vor dem Baum,

vor Bergen aus Geschenken,

in einem schön geschmückten Raum

und kann gar nicht mehr denken.

Wünscht sich ganz weit weg zu sein,

mit sich und der Natur,

in einem tief verschneiten Hain,

ohne Kalender oder Uhr.

 

© Katica Fischer 2014

*Warten auf den Frühling*

 

Hör’ den Winterwind rumoren.

Will wohl in mein Haus hinein?

Hab nur selten so gefroren,

trinke Tee und heißen Wein.

Kann den Frühling kaum erwarten,

hab Sehnsucht nach dem frischen Grün,

will nach draußen in den Garten

und die ersten Blumen sprießen sehen.

Mein Ohr erwartet Vogelstimmen,

die es lange nicht gehört.

Muss sich wohl bis März gedulden,

weil der Winter so lang währt.

 

© 2012 Katica Fischer / Januar 2012

 

 *Ein Moment der Besinnung*

 

Das Jahr – es neigt sich dem Ende.

Und wir reiben uns die Hände,

denn wir haben so manches erreicht.

Doch ich denk’ mir heut’: Vielleicht…

War es richtig, was wir getan?

Bestimmten nicht die falschen Ziele unsere Bahn?

 

Wir retteten verschuldete Staaten und bankrotte Banken,

unterstützten damit auch gierige Spekulanten,

opferten Steuergelder für unsinnige Dinge,

damit es den Reichen noch mehr Profite einbringe.

 

Auf Gleiches darf der einfache Arbeiter nicht hoffen,

muss stattdessen immer mehr Finanzlöcher stopfen.

Die Bildung seiner Kinder wird allmählich zum Luxusgut,

der soziale Abstieg führt immer öfter zu Frust und Wut.

Gleich einer Drohne verbringt er sein Leben,

vom Geld geknechtet, verurteilt zum Geben.

 

Und doch hoffe ich – bin schließlich Optimist,

dass die Welt nicht rettungslos verloren ist.

Ich vertraue darauf, dass das neue Jahr

besser wird, als das alte war.

 

© Katica Fischer / Dezember 2010

*Kleines Mädchen in Not*


Gestern malte eine kleine Hand
ein hässliches Bild an meine Wand.

Ich verstand zunächst die Botschaft nicht,
doch dann sah ich die Tränen auf dem zarten Gesicht.

Also dachte ich nach, und als ich endlich begriff,
dass die Kleine so verzweifelt um Hilfe rief,
sah ich sie schon in der Ferne verschwinden
und kann seither keine Ruhe mehr finden.

Hätt‘ ich ihr doch gleich meinen Beistand gegeben,
sie würde heute vielleicht noch leben!

© Katica Fischer / 2011